Vor unserer ersten Sitzung bitte ich dich, diese Seite zu lesen, falls du mit der Methode der Hypnose noch nicht vertraut bist. Dass du die Methode grundsätzlich verstehst und ihr offen und positiv begegnest, ohne falschen Mythen zu unterliegen, ist wichtig für unsere Zusammenarbeit und den entsprechenden Erfolg. Aber keine Sorge, wir werden natürlich auch nochmal genau darüber sprechen :).

Hypnose ist ein natürlicher und veränderter Bewusstseinszustand, der durch konzentrierte Aufmerksamkeit, erhöhte Suggestibilität und oft tiefe Entspannung gekennzeichnet ist.
In diesem Zustand sind Personen offener für Suggestionen, und können Veränderungen in Wahrnehmung, Gedächtnis und Verhalten erfahren.
Hypnose wird häufig von einem geschulten Therapeuten mit Hilfe von Techniken wie geführten Bildern, Entspannung und Suggestion eingeleitet.
Es handelt sich um einen kooperativen Prozess, an dem der Einzelne bereitwillig teilnimmt und die Kontrolle über seine Gedanken und Handlungen behält.
Klinische Hypnose
In der kognitiven Verhaltenstherapie wird Hypnose als Ergänzung zur kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) eingesetzt, um den kognitiven Umstrukturierungsprozess zu unterstützen. Sie hilft dem Klienten, einen Zustand erhöhter Entspannung und Suggestibilität zu erreichen, der eine tiefere Erkundung und Veränderung tief verwurzelter Denkmuster und Überzeugungen ermöglicht.
Durch die Hypnose können die Klienten neue, anpassungsfähige Verhaltensweisen und Reaktionen anschaulich visualisieren und einüben, wodurch das in der CBT kultivierte realistische Verständnis verstärkt wird.
Die synergetische Kombination von Hypnose und kognitiver Verhaltenstherapie zielt darauf ab, dauerhafte positive Veränderungen der Gedanken, des Verhaltens und des emotionalen Wohlbefindens zu fördern.
Mit anderen Worten:
Hypnose ist eine machtvolle Mental-Übung, die uns hilft uns zu verändern und Ziele zu erreichen.
Hypnose ist eine Mentale Übung, die du selbst steuerst. Genau wie du jede mentale oder körperliche Übung selbst steuerst. Sei es meditieren, ein Buch lesen, oder tagträumen. Jede mentale Übung machst du selbst – es ist nichts fremdgesteuertes. Ein Hypnotist leitet die Übung allenfalls an, sodass du weißt was du tun musst um den besten Effekt zu erzielen. Vergleichbar mit einem Fitness-Trainer, der dich durch Übungen im Fitness-Studio leitet. Du bist es aber, der die Übungen gegebenenfalls freiwillig macht.
Ein Gefühl der Trance kann man erlangen, wenn man sich selbst bewusst in die Idee rein steigert „in Trance zu sein“. Dabei ist Trance ein subjektiver Zustand und kann nicht objektiv gemessen oder beurteilt werden. Ein anderer Mensch kann uns nicht, und schon gar nicht gegen unser Einverständnis, in Trance versetzen.
Entlarvung gängiger Mythen:
Mythos: Verlust der Kontrolle
Wirklichkeit:
Menschen in Hypnose verlieren nicht die Kontrolle über ihren Verstand. Sie sind sich ihrer Umgebung voll bewusst und behalten die Fähigkeit, jede Suggestion abzulehnen, die ihren Werten oder Überzeugungen widerspricht.
Es ist das Gleiche wie sich bewusst und willentlich in einen Tagtraum zu vertiefen.
Das ist ein aktiver geistiger Prozess, den du steuerst, weil du es willst. Auch beim Tagtraum hast du fokussierte Aufmerksamkeit auf das was du dir vorstellst, während du alles andere ausblendest.
Mythos: Gedankenkontrolle
Wirklichkeit:
Hypnose ist keine Form der Gedankenkontrolle. Menschen können nicht gezwungen werden, etwas gegen ihren Willen zu tun. Sie sind aktive Teilnehmer des Prozesses und können wählen, ob sie Suggestionen annehmen oder ablehnen. Der Hypnotiseur ist schlichtweg jemand, der dir Vorschläge für Tagträume oder Gedanken macht, auf die du dich fokussieren kannst.
Ein professionell ausbildeter klinischer Hypnosetherapeut gibt dir ausschließlich Vorschläge und Ideen, die hilfreich und förderlich zur Überwindung deiner Problematiken sind. Wenn dir die Vorschläge zuwider wären, könntest du es einfach lassen, diesen Vorschlägen gedanklich nachzugehen.
Ein Hypnosetherapeut oder seriöser HypnoCoach wird sich immer danach richten, was du erreichen möchtest und was du willst und brauchst und niemals versuchen dich negativ zu manipulieren.
Mythos: Magische oder mystische Kräfte
Wirklichkeit:
Hypnose ist ein psychologischer Zustand, kein mystisches oder übernatürliches Phänomen. Die Wirkungen beruhen auf normalen kognitiven Prozessen und der Suggestibilität, nicht auf magischen Kräften.
Eine Vergleichssituation wäre z.B.: Eine Mutter sitzt am Abend am Bett ihres Kindes, und sagt ihrem Kind ein paar gute, hilfreiche Gedanken vor dem Schlafen, z.B. dass das Kind heute nach wunderbar schlafen wird, und dass es ein tolles kluges Kind mit besonderen Charaktereigenschaften ist.
In der besonders entspannten Situation vor dem Einschlafen und dem Vertrauen, das das Kind in die Mutter hat, wird es sich diese Gedanken zu Herzen nehmen und sich einprägen. Die Gedanken werden sich also im Kopf des Kindes wiederholen und nachwirken, besonders wenn es aufmerksam zugehört hat und währenddessen nicht abgelenkt war.
Vertrauen + bewusste Aufmerksamkeit auf die Worte des Hypnotiseurs + sich das Gesagte aktiv und willentlich vorstellen = die grundlegenden Bestandteile einer Hypnose-Sitzung.
Mythos: Unbewusstheit oder Schlaf
Wirklichkeit:
Obwohl der Begriff „Hypnose“ vom griechischen Wort für Schlaf abgeleitet ist, schlafen Personen in Hypnose nicht. Sie befinden sich in einem Zustand erhöhter Fokussierung und Konzentration, oft begleitet von tiefer Entspannung. Weil man aber in der Regel entspannt da sitzt und mit geschlossenen Augen einer Vorstellung folgt, kommt es äußerlich dem Eindruck eines Schlafenden gleich.
Mythos: Nur leichtgläubige Menschen können hypnotisiert werden
Wirklichkeit:
Die Fähigkeit, sich hypnotisieren zu lassen, variiert von Person zu Person, ist aber nicht an Leichtgläubigkeit gebunden. Menschen mit guter Vorstellungskraft und Konzentrationsfähigkeit sind oft empfänglicher für Hypnose. Ich würde eher sagen, Menschen, die sich zur Selbstentwickung und Selbsthilfe hypnotisieren lassen, zeigen dadurch eine Offenheit, die maßgeblich wichtig ist um weiter zu kommen.
Mythos: Gedächtnislöschung
Wirklichkeit:
Hypnose hat nicht die Kraft, Erinnerungen zu löschen. Sie kann zwar in manchen Fällen das Erinnern verbessern, aber Erinnerungen sind nicht unfehlbar, und es können versehentlich falsche Erinnerungen erzeugt werden.
Mythos: Hypnose ist gefährlich
Wirklichkeit:
Hypnose ist im Allgemeinen sicher, wenn sie von einem geschulten und ethischen Fachmann durchgeführt wird. Sie wird als therapeutisches Mittel zur Behandlung verschiedener psychologischer und verhaltensbezogener Probleme eingesetzt.
Besonders hilfreich ist es, die Hypnose auf Dauer wiederholt bei sich selbst durchzuführen, also Selbsthypnose zu praktizieren, um neuroplastische Veränderungen in die gewünschte Richtung zu erlangen.
Ich zeige daher Hypnose in erster Linie als Selbsthypnose-Training. Denn du sollst aus der Behandlung als deine eigene Therapeutin hervorgehen und die mentalen Tools haben, um dir auf Dauer immer selbst helfen zu können. Ich gebe dir nur die Anleitung, die du anfangs einmal lernen musst.
Mythos: Hypnose wirkt bei jedem
Wirklichkeit:
Die Wirksamkeit der Hypnose ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche Menschen sind empfänglicher als andere, und der Erfolg hängt von Faktoren wie der Bereitschaft, der Offenheit und den spezifischen Zielen der Sitzung ab.
Kurz gesagt, wer die Einstellung hat, nicht hypnotisierbar zu sein, wird genau das zeigen. Denn er wird den Suggestionen absichtlich nicht folgen – er hat ja selbst die Kontrolle. Hypnotisierbar ist nur wer „mitmacht“.
Deshalb ist das Mitmachen therapeutisch bzw im Coaching so wichtig. Du erreichst mental immer nur das worum du dich mental aktiv bemühst.
Zusammenfassung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hypnose ein natürlicher und sicherer Zustand konzentrierter Aufmerksamkeit und erhöhter Suggestibilität ist. Sie wird als therapeutisches Mittel eingesetzt, um Menschen dabei zu helfen, positive Veränderungen herbeizuführen, Herausforderungen zu bewältigen und ihr Wohlbefinden zu steigern.
Die falschen Vorstellungen, die oft mit der Hypnose verbunden werden, stammen aus fiktiven Darstellungen in den Medien und historischen Missverständnissen, z. B. in Bezug auf den Mesmerismus. Die moderne Hypnose ist eine gut etablierte und evidenzbasierte Methode im Bereich der Psychologie.


